Über das Land Kolumbien

Die Republik Kolumbien (República de Colombia) ist das viertgrößte Land Südamerikas und liegt im Norden des Kontinentes. Auf einer Fläche gut dreimal so groß wie Deutschland leben ca. 48 Millionen Menschen. Davon leben rund 8,4 Millionen Menschen in der Hauptstadt Bogotá, die auf 2640 m Höhe ü. NN relativ zentral in der Mitte des Landes liegt. Kolumbien grenzt an Panama, Ecuador, Peru, Brasilien und Venezuela.

 

Die ehemalige spanische Kolonie ist seit dem Jahr 1810 von Spanien unabhängig. Die Unabhängigkeit wird am 20. Juli, dem Nationalfeiertag, zelebriert. Die Einwohner Kolumbiens sind so vielfältig wie die Geschichte und das Land selbst. Nachfahren europäischer Einwanderer und afrikanischer Sklaven, indigene Gruppen und Mestizen bilden die facettenreiche kolumbianische Gesellschaft. Die Amtssprache Kolumbiens ist Spanisch, es gibt außerdem mindestens 65 anerkannte indigene Sprachen.

 

Das aktuelle Staatoberhaupt und Regierungschef ist seit seiner Wahl 2010 Juan Manuel Santos Calderón, die Regierungsform ist eine Präsidialdemokratie. Über 90 % der Bevölkerung gehören der römisch-katholischen Kirche an, die übrigen 10 % teilen sich auf andere, hauptsächlich christlich-evangelikale Gruppen auf. Etwa 1 % der Bevölkerung gehört indigenen Religionen an.

 

Landschaftlich ist Kolumbien sehr abwechslungsreich. Aufgrund von durch die Anden bedingten großen Höhenunterschieden und damit verbundenen Temperatur- und Niederschlagsunterschieden, umfasst das Land tropische, subtropische und gemäßigte Klimazonen. Es haben sich Regenwälder (dem Amazonasregenwald bzw. Orinokien zugehörig), Nebelwälder, Bergwälder, Savannen und wüstenähnliche Gebiete sowie Hochgebirge ausgebildet. Außerdem grenzt Kolumbien im Norden an den Atlantik bzw. an das karibische Meer und im Westen an den Pazifik. Die Küstenlinie beträgt insgesamt mehr als 3000 km. Allgemein kann Kolumbien in fünf Großräume unterteilt werden: Die Anden, das karibisches Tiefland, das pazifisches Tiefland und Amazonas/Orinokien. Die naturräumliche Vielfalt führt zu einer extrem hohen Biodiversität. Die Artenzahl der Flora und Fauna Kolumbiens ist die zweitgrößte der Welt.

 

Auch aufgrund der großen Wald- und Sumpfgebiete und großen Höhenunterschiede ist die Infrastruktur des Landes sehr ungleichmäßig ausgebaut. Wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Landes ist vor allem die Hauptstadt Bogotá, aber auch andere große Städte wie Barranquilla, Cali, Medellín, Cartagena de Indias oder Ibagué sind wichtige Knotenpunkte. Zwischen der Entwicklung der Infrastruktur in ländlichen und urbanen Regionen gibt es große Unterschiede.

 

Die Wirtschaft Kolumbiens wird vor allem durch Erzeugnisse aus der Landwirtschaft und der Industrie dominiert. Andere wichtige Wirtschaftszweige sind der Tourismus und Dienstleistungen sowie die Förderung von Rohstoffen (u.A. Erdöl, Erdgas, Bergbau). Insgesamt betrug das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (BIP) im Jahr 2015 7.132 US-Dollar. Der Human Development Index wird von den Vereinten Nationen als Wohlstandsindikator berechnet und nimmt einen Wert zwischen 0 und 1 an. Der HDI Kolumbiens im Jahr 2015 beträgt 0,720, womit das Land auf Rang 97 aller betrachteten Länder steht. Mithilfe des GINI-Koeffizienten kann auch die Verteilung von Wohlstand auf die Bevölkerung gemessen werden. Mit einem Wert von 53,5 (2012) offenbart er für Kolumbien leider eine sehr große Ungleichverteilung von Einkommen, was zu entsprechendem Wohlstandsgefälle zwischen Bevölkerungsgruppen innerhalb von Städten, aber auch von ländlichen und urbanen Gebieten führt.

 

Lange war das Leben in Kolumbien und die öffentliche Wahrnehmung des Landes von gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Regierung, Drogenkartellen und Guerrilla-Gruppen geprägt. Die Konflikte forderten viele Opfer und machten ca. 6 Millionen Kolumbianer zu Binnenflüchtlingen im eigenen Land. Seit einiger Zeit beruhigt sich die Lage jedoch etwas und Friedensgespräche wurden aufgenommen. Ein Meilenstein wurde zuletzt im Sommer 2016 erreicht, als sich die Regierung unter Santos gemeinsam mit Vertretern der größten paramilitärischen Organisation Kolumbiens, der FARC, zu einem endgültigen Waffenstillstand und Friedensabkommen durchringen konnte.

 

Quellen:
United Nations Development Programme (UNDP) (2015): Human Development Report 2015: Work for Human Development.

Auswärtiges Amt: Länderinformationen Kolumbien: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/01-Nodes_Uebersichtsseiten/Kolumbien_node.html